Zur Datenübertragung von Nutzdaten in einem LIN-Cluster kommt üblicherweise der sog. „Unconditional Frame“ zum Einsatz. Der Unconditional Frame setzt sich aus einem Frame Header und einer Frame Response zusammen. Der LIN-Master ist verantwortlich für die Übertragung des Frame Headers. Die Übertragung der Frame Response erfolgt durch eine im LDF festgelegte Slave Task.
Wie in der Grafik „LIN-Frame“ ersichtlich, beginnt ein Frame Header mit der Übertragung eines Synchronisationszeichens (Sync Break Field) und soll alle LIN-Slaves im LIN-Cluster vom Beginn der Übertragung eines LIN-Frames in Kenntnis setzen. Dem Sync Break Field folgt das Sync Field zur Herstellung eines gemeinsamen Taktes zwischen den LIN-Slaves.
Ist die Kommunikation initiiert und die LIN-Slaves synchronisiert, überträgt der LIN-Master einen Identifier (ID) zum Delegieren der Kommunikation. Zwei Paritätsbits sichern den ID. Die Paritätsbits zusammen mit dem ID bilden den Protected Identifier (PID).
Im Anschluss an den Frame Header überträgt der über den Identifier angesprochene LIN-Slave die entsprechende Frame Response (die Frame Response kann in Ausnahmefällen auch vom LIN-Master gesendet werden). Maximal können mit einer Frame Response acht Nutzbytes übertragen werden. Die Übertragung der Frame Response endet mit der Übertragung einer Prüfsumme (Checksum), welche die Nutzdaten sichert (siehe Grafik „LIN-Frame“).
Die LIN-Kommunikationstechnik wurde entwickelt, um Kosten zu sparen. Um kostengünstige und somit weniger leistungsstarke Mikrocontroller verwenden zu können, sieht das LIN-Protokoll für die Übertragung von LIN-Frames eine Zeitreserve von bis zu 40% vor, was beim Systemdesign unbedingt Berücksichtigung finden muss.
Jeder LIN-Knoten kann bei Bedarf die Übertragung von SCI-Frames verzögern, was zu Übertragungspausen zwischen SCI-Frames führt, welche „Interbyte Space“ genannt werden. Wenn die Übertragung der Frame Response verzögert wird, spricht man von einem „Response Space“. Die Animation „LIN-Frame-Transfer“ verdeutlicht diesen Sachverhalt.
Machen Sie von der Animation „Unconditional Frame“ Gebrauch, um den Umgang mit Unconditional Frames zu üben. Lesen Sie die Anleitung durch, damit Sie die gesamte Funktionalität der Animation nutzen können.
Zur Festigung und Vertiefung Ihres Wissens zum Unconditional Frame steht Ihnen darüber hinaus eine Aufgabe zur Verfügung. Sie werden angehalten auf der Basis von zufällig generierten Vorgaben die einen Unconditional Frame bestimmenden Parameter zu berechnen. Bitte lesen Sie sich die Anleitung durch, um die gesamte Funktionalität der Aufgabe nutzen zu können.