Der Event Triggered Frame wurde eingeführt, um sporadische Veränderungen bzw. Ereignisse auf Seiten der LIN-Slaves zu kommunizieren. Er entspricht prinzipiell einem Unconditional Frame, nur mit dem Unterschied, dass dem Frame Header über das LDF mehrere Unconditional Frames bzw. deren Frame Responses von unterschiedlichen LIN-Slaves zugeordnet sind.
Mit welcher Frame Response der Header des Event Triggered Frames komplettiert wird, hängt vom Bedarf der mit den entsprechenden Unconditional Frames verbundenen LIN-Slaves ab. Ein Bedarf liegt vor, wenn sich wenigstens ein mit der entsprechenden Frame Response übertragenes Signal veränderte. Liegt kein Bedarf vor, bleibt der restliche Frame Slot leer.
Damit alle Knoten im LIN-Cluster die Frame Response eindeutig interpretieren und korrekt reagieren können, wird im ersten Datenbyte der Protected Identifier (PID) des assoziierten Unconditional Frames übertragen. Die Grafik „Event Triggered Frame“ zeigt Ihnen, wie man über das LDF (LIN Description File) zwei Unconditional Frames (ID=0x10, ID=0x12) zu einem Event Triggered Frame mit dem ID=0x13 zusammenfasst.
Hervorzuheben ist, dass alle einem Event Triggered Frame zugeordneten Unconditional Frames dieselbe Anzahl von Datenbytes umfassen müssen und zudem mit einer Prüfsumme ausgestattet sind, die mit demselben Prüfsummenkonzept berechnet werden. Zudem ist sicherzustellen, dass die einem Event Triggered Frame zugeordneten Unconditional Frames alle von unterschiedlichen LIN-Slaves übertragen werden.
Im Zusammenhang mit einem Event Triggered Frame können Kollisionen nicht ausgeschlossen werden. Kollisionen ergeben sich dann, wenn auf den Header eines Event Triggered Frames mehrere LIN-Slaves mit der Frame Response antworten. Zur sicheren Kollisionserkennung müssen die PIDs intelligent vergeben werden. Denn es kann sehr wohl sein, dass sich aufgrund der Wired-AND-Logik, die einem LIN-Cluster zugrunde liegt, eine Überlagerung der PIDs vom LIN-Master nicht detektierbar ist.
Die Kollision ist vom LIN-Master mittels einer sog. „collision resolving schedule“ aufzulösen. Diese umfasst mindestens alle dem Event Triggered Frame zugeordneten Unconditional Frames. Der LIN-Master hat lediglich die Aufgabe, nach Erkennung einer Kollision mit Beginn des nächsten Frame Slots die entsprechende „collision resolving schedule“ abzuarbeiten. Danach springt er in die zuvor verlassene LIN-Schedule zurück.
Mit der interaktiven Grafik „Event Triggered Frame“ haben Sie die Möglichkeit, sich nicht nur mit einem Event Triggered Frame, sondern vor allem auch mit der Auflösung von Kollisionen auseinanderzusetzen. Lesen Sie die Anleitung durch, damit Sie die gesamte Funktionalität des Medienobjekts nutzen können.