Das LIN-Protokoll definiert zwei Diagnostic Frames, nämlich den Master Request Frame und den Slave Response Frame. Die Definition fußt auf dem Transportprotokoll ISO 15765-2 und auf den einheitlichen Diagnosediensten (Unified Diagnostic Services - UDS) gemäß ISO 14229. Einen Master Request Frame setzt man üblicherweise als Diagnose Request oder zur Konfiguration von LIN-Slaves ein. Ein Slave Response Frame kommt als Diagnose Response zur Anwendung.
Wie Unconditional Frames, Event Triggered Frames und Sporadic Frames setzen sich auch die beiden Diagnostic Frames aus einem Frame Header und einer Frame Response zusammen. Im Falle eines Master Request Frame überträgt der LIN-Master sowohl den Frame Header als auch den Frame Response. Der Frame Header wird übertragen mit dem ID=0x3C. Im Falle eines Slave Response Frames überträgt der LIN-Master den Frame Header, der diagnostizierte LIN-Slave die Frame Response. Der Frame Header wird übertragen mit dem ID=0x3D (siehe Grafik „Diagnostic Frame“).
Das ISO-Transportprotokoll definiert die Struktur der Frame Response und die Funktion der mit der Frame Response übertragenen Daten. Im ersten Byte der Frame Response steht die Adresse des zu konfigurierenden oder zu diagnostizierenden LIN-Slaves (NAD - Slave Node Address).
Das zweite Byte der Frame Response (PCI: Protocol Control Information) gibt Aufschluss über den Transfermodus: das ISO-Transportprotokoll definiert einen unsegmentierten und einen segmentierten Datentransfer. Ein unsegmentierter Datentransfer erfolgt lediglich mit einem Master Request oder Slave Response Frame (Single Frame - SF). Diagnose Requests werden im LIN-Cluster grundsätzlich unsegmentiert durchgeführt.
Der segmentierte Datentransfer kommt dann zum Einsatz, wenn die vom LIN-Master angeforderten Diagnosedaten nicht mit einem Slave Response Frame übertragen werden können. Den ersten Slave Response Frame bezeichnet man als „First Frame (FF)“, alle folgenden Slave Response Frames werden als „Consecutive Frames (CF)“ bezeichnet. Mit dem FF wird dem LIN-Master die Größe des Datenblocks (in Byte) angezeigt (LEN).
Zum Anzeigen des Diagnosedienstes verwendet man den Service Identifier (SID). Für diesen ist in der Frame Response eines Master Request Frames ebenfalls ein Byte reserviert: für SF das dritte, für FF das vierte Byte. Im Slave Response Frame verwendet man anstatt des SID den RSID (Response SID). Die Diagnosedienste sind in der LIN-Spezifikation „Node Configuration and Identification“ erläutert. Man hat sich dabei an der ISO 14229 (Unified Diagnostic Services) gehalten, welche aus der ISO 14230-3 (Keyword Protocol 2000) und der ISO 15765-3 (Diagnostics on CAN) hervorgegangen ist.
Die beiden interaktiven Grafiken „Diagnose Request“ und „Diagnose Response“ geben Aufschluss über den Aufbau von Master Request und Slave Response Frames und über die einzelnen Elemente der entsprechenden Frame Response (u.a. NAD, PCI, LEN, SID und RSID). Zudem sind die drei verschiedenen Frametypen SF, FF und CF beschrieben. Machen Sie von den beiden Grafiken „Unsegmentierter Transfer“ und „Segmentierter Transfer“ Gebrauch, um sich mit den beiden Transfermodi vertraut zu machen.